Freitag, 8. November 2013

Interkulturelle Wochen in Nürnberg: Antimuslimisches MEMRI-Angebot

Antisemitismus ist leider ein immer noch ungebrochen aktuelles Thema. Und zu ernst, um die Aufarbeitung zwielichtigen Projekten zu überlassen.

Im Rahmen von interkulturelle Wochen hat am 9.10.2012 folgende Veranstaltung in Nürnberg stattgefunden: „Man wir doch noch mal sagen dürfen …“– Antisemitismus heute.
In dem Vortrag wurde ein Film gezeigt, der ein hohes Potential besitzt, Hass auf muslimische Mitbürger zu schüren. Ein Film, der am Ende des Vortrages eine hitzige antimuslimische Diskussion unter den Teilnehmern entfacht hat.

Der Beitrag stammt aus dem umstrittenen MEMRI-Projekt (Middle East Media Research Institute), das sich selbst als „Organisation zur Beobachtung islamischer Medien des Nahen Ostens“ bezeichnet, jedoch im Verdacht steht, unter dem Vorwand der bloßen Dokumentation auch „radikaler nationalistischer, antisemitischer und islamistischer“ Positionen durch einseitige Auswahl von Beiträgen den Eindruck zu erwecken, marginale und extreme, antisemitische Gruppen wären repräsentativ für die islamische Welt und die gesamte muslimische Community.
Bisweilen wurden zum Teil sogar extrem unappetitliche und hetzerische Beiträge angeblicher islamischer Geistlicher über diesen Kanal veröffentlicht, die sich später als Hoax herausstellten.

Da es unklar war, in welcher Weise dieser Film einen Beitrag für interkulturelle Wochen in Nürnberg leisten sollte, wurde beim Referenten nachgefragt:
Laut Referent handelte es sich bei dieser Veranstaltung um einen Vortrag über „Antisemitismus in der deutschen Einwanderungsgesellschaft heute“: Eine Tatsache, die dem Veranstaltungskalender leider nicht klar entnommen werden konnte.

Der Referent hat ferner bestätigt, dass dieser Film den Antisemitismus unter Menschen mit muslimischem Hintergrund in Deutschland illustrieren würde. Auch dies konnte der Vorankündigung nicht klar entnommen werden.
Inhaltlich soll die Veranstaltung wie folgt, aufgeteilt gewesen sein:

1. Geschichtlicher Antisemitismus: verschiedene Ursprünge und Formen
2. Judenfeindschaft nach der Niederlage der Nazis und der Gründung des Staates Israel
3. Antisemitische Ideologien heute

4. Exkurse.

Der Film war dem Referenten zufolge ein Teil der„Exkurse“.
Warum zeigt man so einen Film als einen Beitrag zu „Interkulturellen Wochen“ in der Stadt Nürnberg?

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